Über …

sternschnuppen & sterne ist ein persönlicher Blog über Literatur, über Bücher – vorzugsweise Romane –, die ich gelesen habe, die mir gefallen oder auch nicht gefallen haben. Ich möchte hier, obwohl ich sie studiert habe, keine Literaturwissenschaft betreiben und keine  ausgewogenen Rezensionen verfassen. Es soll eine subjektive Reflexion über meine persönliche Lektüre sein, mal Neues, mal Altes, in der Hoffnung, auch der Eine oder die Andere von euch/von Ihnen möge das für sich interessant oder anregend finden. Ich freue mich über jedes Feedback!


Wer bloggt denn hier?
Die Selbstvorstellung fällt mir schwer – ich mache so etwas im wirklichen Leben nicht gern, und im Internet schon gar nicht. Und dann auch noch mit Foto! Ist mir irgendwie unheimlich und ein wenig peinlich, hier soviel von mir preiszugeben. Aber dennoch – ein bisschen was muss sein, sagen die erfahrenen Blogger, damit ihr wisst, wen ihr hier vor euch habt.

Also, Wolle, jetzt mal tapfer  – Augen und Ohren zu und durch:

Geboren vor ein paar Jahrzehnten im September, Sternzeichen Waage. Exzellente Mischung von norddeutscher Ausgeglichenheit, Zurückhaltung, Wortkargheit, trockenem Witz, Sensibilität, Schüchternheit und Aufmüpfigkeit, oder soll ich sagen: Sturheit?

Großgeworden in einem kleinen niedersächsischen Dorf, ein Paradies für Kinder, aber später bald langweilig und beengend. Blieb nur das Lesen. Ohne die Stadtbücherei in Stade und die zwei Buchläden, wo man stundenlang ungestört stöbern und lesen konnte – nicht auszudenken. Ansonsten: viel Sport – und nach dem Abitur hinaus in die weite Welt nach Berlin zum Studieren. Literaturwissenschaft natürlich. Die Reise nach Berlin war damals, 1974, noch ein kleines Abenteuer.

Inzwischen habe ich einige Jahre Berufstätigkeit hinter mir – soll heißen, ich arbeite seit Kurzem nicht mehr – und freue mich jetzt sehr auf eine Zeit mit viel, viel Muße für schöne Bücher, Fotografieren und andere schöne Dinge. Auch Rotwein, ja 🙂

Warum ich lese
Weil das für mich von Kindheit an eine Befreiung und unglaubliche Bereicherung bedeutete: fremde Welten, fremde Menschen – was sonst hätte man im Dorf tun sollen den ganzen Tag? Sport, Spielen und eben Lesen. Damals jede Menge Karl May. Dann später die Stadtbibliothek – schier unglaublich, was ich damals alles in mich hineingefressen habe. Heute denke ich manchmal, dass ich damals mehr von der Gegenwartsliteratur wusste als heute.

Was ich lese

Ich liebe Bücher, Romane, in die ich geradezu versinken kann – lang müssen sie sein. Und gut natürlich. Ein Tausendseiter ist ideal. Aber die Sprache muss was hergeben, das ist die mindeste Voraussetzung. Also viel Britisches, Amerikanisches – gut übersetzt – und natürlich sehr viel Deutsches. Ich liebe übrigens die Übersetzungen Arno Schmidts und auch viele seiner eigenen Werke. Und die Romane Gerhard Henschels habe ich gerade erst entdeckt.

Ansonsten: alles querbeet, auch mal Physik zwischendurch, Relativitätstheorie, Biologie, Reiseberichte über exotische Kontinente, Historisches etc.

Warum ich blogge
Lesen ist eine einsame Tätigkeit und ich genieße das oft. Aber trotzdem habe ich natürlich auch das Bedürfnis nach Austausch mit anderen lesenden Menschen. Nach Zustimmung, nach Widerspruch, nach anderen Meinungen. So entstand der Blog, der sich hoffentlich bald füllt. Ich merke aber jetzt schon, dass er mich auch zu einer intensiveren Form des Lesens bringt. Und das gefällt mir.

Apropos: Ich kann manchmal sehr ironisch sein, auch selbstironisch. Ab und zu vergesse ich das leider. Und Ironie kann tödlich sein beim Schreiben von Texten. Ich bemühe mich aber, sie hier immer ausreichend deutlich zu machen, ich möchte niemanden damit verletzen.

Ich hoffe sehr, dass ich bald auch eine noch schönere Seite des Bloggens kennenlernen darf: Ich fände es toll, wenn ich ein paar von den Gleichgesinnten, die ich hier kennenlerne, gelegentlich auch im echten Leben treffen würde.

In diesem Sinne freue ich mich auf ein nettes Miteinander, auf nette Kontakte und viele Mails!

Wolfgang


Kontakt
Wer mir schreiben will, hat drei Möglichkeiten:
(1) per Mailformular via Impressum
(2) Mail an: hink[at]posteo.de
(2) per Kommentar ganz unten.


Titel und Untertitel des Blogs
Der Titel des Blogs geht auf Schopenhauer zurück, der die Schriftsteller in einem schönen Bild mit Himmelskörpern vergleicht:

Die Schriftsteller kann man ferner einteilen in Sternschnuppen, Planeten und Fixsterne. Die ersteren liefern die momentanen Knalleffekte; man schaut auf, ruft ‚siehe da!‘ und auf immer sind sie verschwunden. — Die zweiten haben viel mehr Bestand. Doch müssen auch sie ihren Platz bald räumen, haben zudem nur geborgtes Licht und eine auf ihre Bahngenossen (Zeitgenossen) beschränkte Wirkungssphäre. Sie wandeln und wechseln; ein Umlauf von einigen Jahren Dauer ist ihre Sache. — Die Dritten allein sind unwandelbar, haben eigenes Licht, wirken zu einer Zeit, wie zur andern. Sie gehören nicht, wie jene Andern, einem Systeme (Nation) allein an, sondern der Welt. Aber wegen der Höhe ihrer Stelle braucht ihr Licht meistens viele Jahre, ehe es dem Erdenbewohner sichtbar wird.

Der Untertitel – kalt erwischt – zitiert eine Bemerkung Wolfgang Herrndorfs, der ein großer Bewunderer von Nabokovs „Lolita“ war:

Ich lese gerade die Interviews mit Vladimir Nabokov, ich glaube ‚Strong Opinions‘ heißt das Buch, da sagt Nabokov einmal, gute Literatur erkenne man daran, dass es einem kalt den Rücken runterläuft. Genau so ist es, so muss es sein! Der ganze Mist, den Literaturkritiker schreiben, so Nabokov, den könne man vergessen, es komme nur darauf an, dass es einen erwischt, kalt erwischt. Genau, so ist das.

(taz vom 25.8.2004)

Nabokov hat das zwar etwas anders und vornehmer ausgedrückt, aber im Kern trifft Herrndorf mit seiner saloppen Formulierung genau das, was auch für mich den eigentlichen Reiz von Literatur ausmacht. Sie wird nämlich gerade dort besonders spannend und reizvoll, wo sie den Leser persönlich trifft und berührt.

Literaturkritiker schreiben natürlich nicht durchweg „Mist“, aber sie haben eben eine vollkommen andere Intention, sie müssen, wenn sie gut sein wollen, gerade diese persönliche Ebene möglichst vermeiden. Mit anderen Worten: Ich möchte hier also keine neutralen oder sachlichen Texte verfassen, keine Buchbesprechungen, wie man sie im Feuilleton findet. Deshalb fehlen häufig Inhaltsangaben und andere Dinge, die man leicht im Netz nachschlagen kann.

Die Unterschiede zwischen den Haltungen Schopenhauers und Herrndorfs bzw. Nabokovs liegen auf der Hand. Der „Ulysses“ von James Joyce, die Werke Shakespeares, Cervantes‘ oder anderer Autoren mögen ihren Ruhm über Jahrhunderte und Kontinente ausstrahlen – Fixsterne im Sinne Schopenhauers – trotzdem können sie den einzelnen Leser völlig kaltlassen, weil sie ihn persönlich nicht erreichen, nicht berühren oder eben nicht den Nabokovschen Schauer über den Rücken auslösen.

Rezensionsexemplare
Die weitaus meisten Bücher, die ich lese und hier vorstelle, kaufe ich mir selbst. Oder ich leihe sie mir aus meiner schönen Stadtbibliothek. Ich muss nicht jedes Buch besitzen, das ich gelesen habe. Bitte also keine Rezensionsexemplare unaufgefordert zusenden! Ich bitte dafür um Verständnis.

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