sternschnuppen & sterne ist ein persönlicher Blog über Literatur.
Der Titel des Blogs geht auf Schopenhauer zurück, der die Schriftsteller in einem schönen Bild mit Himmelskörpern vergleicht:
Die Schriftsteller kann man ferner einteilen in Sternschnuppen, Planeten und Fixsterne. Die ersteren liefern die momentanen Knalleffekte; man schaut auf, ruft ‚siehe da!‘ und auf immer sind sie verschwunden. — Die zweiten haben viel mehr Bestand. Doch müssen auch sie ihren Platz bald räumen, haben zudem nur geborgtes Licht und eine auf ihre Bahngenossen (Zeitgenossen) beschränkte Wirkungssphäre. Sie wandeln und wechseln; ein Umlauf von einigen Jahren Dauer ist ihre Sache. — Die Dritten allein sind unwandelbar, haben eigenes Licht, wirken zu einer Zeit, wie zur andern. Sie gehören nicht, wie jene Andern, einem Systeme (Nation) allein an, sondern der Welt. Aber wegen der Höhe ihrer Stelle braucht ihr Licht meistens viele Jahre, ehe es dem Erdenbewohner sichtbar wird.
Der Untertitel – kalt erwischt – zitiert eine Bemerkung Wolfgang Herrndorfs, der ein großer Bewunderer von Nabokovs „Lolita“ war:
Ich lese gerade die Interviews mit Vladimir Nabokov, ich glaube ‚Strong Opinions‘ heißt das Buch, da sagt Nabokov einmal, gute Literatur erkenne man daran, dass es einem kalt den Rücken runterläuft. Genau so ist es, so muss es sein! Der ganze Mist, den Literaturkritiker schreiben, so Nabokov, den könne man vergessen, es komme nur darauf an, dass es einen erwischt, kalt erwischt. Genau, so ist das.